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Nachruf Werner Hasse

Werner Hasse beim Waldlauf

Kurz vor Vollendung des 81. Lebensjahres verstarb am 17.2.2011 Werner Hasse nach langer schwerer Krankheit. Der Sport hat ihn sein Leben lang begleitet.

Während der Nazizeit ohne Mutter aufgewachsen, bekam er als Kind mit, wie die Vermieterin der elterlichen Wohnung in Hannovers Oststadt im Konzentrationslager umkam und wie jüdische Mitschüler aus seiner Klasse verschwanden. Als jüngstes von fünf Geschwistern war ihm der Wunsch die Oberschule besuchen zu dürfen, durch den Vater verwehrt worden. Werner wurde während des 2. Weltkrieges nicht mehr zum Frontdienst herangezogen, musste aber in kriegswichtigen Betrieben arbeiten. Noch 1945, in den Kämpfen um das Weserbergland, kam Werner in Lebensgefahr. Weil er anderen helfen wollte wurde er von einem belgischen Offizier mit durchgeladener Pistole als angeblicher Kollaborateur einer Scheinhinrichtung unterzogen.

Werner arbeitete in der Nachkriegszeit als Molkerist im Umland von Hannover und im Wendland. Nebenher spielte er Fußball. Später besuchte er die Handelsschule in Hannover und absolvierte in den 50er Jahren eine kaufmännische Ausbildung bei der AOK Hannover. Eine berufliche Weiterbildung machte Ihn zum Programmierer in der EDV an Großrechnern. Harte Arbeit gewohnt, erkannte Werner, dass er einen "Ausgleichsport" zur Bürotätigkeit brauchte.

Er fing an zu Laufen. Erst nur für sich in der Eilenriede, später mit Mittelstrecklern des TKH. Erste Wettkämpfe bestritt er bereits Ende der 50er Jahre. In den 60er Jahren entdeckte er seine Liebe zum Langstreckenlauf. Hier konnte er seine besonderen Fähigkeiten wie Zähigkeit, Fleiß und Ausdauer mit Erfolg umsetzten. Es folgten viele Straßen-, Wald-, Bahn- und Marathonläufe - und ein 100 km-Lauf (in Unna 1970). 1969 durch seinen Vereinskameraden Günter Gohde motiviert, begann er auch an OL-Wettkämpfen teilzunehmen. Erste Erfolge im Mannschafts-OL legten das Fundament für die große Liebe zum OL. Auch seine Familie wurde Anfang der 70er Jahre an den OL herangeführt. Lydia und die drei Söhne konnten erfolgreich in das Wettkampfgeschehen eingreifen. OL wurde zu einem Familiensport.

Das Laufen wurde aber auch mehr und mehr zu seiner Lebensphilosophie und Triebfeder für andere Aktivitäten. Das Laufpensum lag bei bis zu 7000 km pro Jahr. Werner lief zwischen 1970 und 1985 insgesamt 49 Marathons (Bestzeit: 2:38:32 Std.). 1985 wurde er Deutscher Marathon-Vizemeister in Frankfurt in der H55. Sein sportlich größter Erfolg. Die 2:44 Std. haben heute noch als Bezirksrekord in der H55 Bestand. Insgesamt 676 Leichtathletik-Wettkämpfe hat er insgesamt gelaufen.

Im Dezember 1974 wurde Werner beim Training in der Eilenriede von einem Auto angefahren und erlitt schwere Beinverletzungen. Mit eisernen Willen und eigener Bewegungstherapie kämpfte er darum, wieder Laufen zu können. Bald schon absolvierte er wieder sein Training - auf Krücken - in der Eilenriede. Knapp fünf Monate nach dem Unfall startete er wieder bei einem Marathon!

Bei 917 Orientierungsläufen - viele davon auch im Ausland - war Werner in seinen jeweiligen Alterklassen insbesondere in 80er Jahren sehr erfolgreich. Er wurde allein 12 mal Deutschen Meister oder Sieger bei Deutschen Bestenkämpfen. Wenn der TKH Orientierungsläufe ausrichtete, lag der Start in Werners Verantwortungsbereich, den er in seiner ihm eigenen ruhigen aber bestimmten Art manchmal auch unkonvetionell zu organisieren wusste.

Trotz seiner schweren Krebs-Erkrankung mit Chemothrapie hat Werner im letzten Jahr noch an 20 Orientierungsläufen teilgenommen und die Bundesrangliste in H80 gewonnen. Den Jubiläumsmarathon (der 50igste) und die OL-Senioren-WM in der Schweiz, auf die er sich sehr gefreut und vorbereitet hatte, musste er absagen.

Der TKH hat mit Werner Hasse einen vorbildlichen Sportler verloren. Seine Laufkameraden werden ihn sehr vermissen.

Luis Moreton Achsel, Günter Gohde, Dirk und Frank Hasse.
Bildergalerie mit Impressionen aus seinem Leben